Patienteninformation

Sehr geehrte Patienten,

wenn Sie sich zur Behandlung in das Onkologische Krebszentrum Passau begeben, sind Sie wahrscheinlich völlig unvorbereitet mit der Diagnose "Krebs" oder "Verdacht auf Krebs" konfrontiert worden. Dabei wird es sich bei vielen von Ihnen um eine Erkrankung im Frühstadium mit guten Aussichten auf dauerhafte Heilung handeln.Aber allein die unerwartete Auseinandersetzung mit einer solch schwerwiegenden Erkrankung  löst natürlich Angst, Unsicherheit und Sorgen bei Ihnen und Ihren Angehörigen aus. Sie können sicher sein, dass wir Ihnen hier im Onkologischen Krebszentrum auf allen Versorgungsebenen fachkompetente Hilfe anbieten können.


Tumorkonferenz:

Jeden Mittwoch werden die aktuellen Krebsfälle auf der sogenannten Tumorkonferenz vorgestellt. Dabei wird von den Experten des Klinikums (Onkologen, Strahlentherapeuten, Gynäkologen, Chirurgen, etc.) ein individueller Behandlungsvorschlag nach den aktuellen medizinischen Erkenntnissen erarbeitet um für Sie die besten Heilungsaussichten zu erzielen. Informationen über Ihre Erkrankung und unser Behandlungsvorschlag werden in einem Tumornachsorgekalender für Sie dokumentiert. Diesen Nachsorgekalender sollten Sie wie einen Ausweis bei sich tragen und zu allen Nachsorgeuntersuchungen mitnehmen.
Im Folgenden geben wir Ihnen noch weitere Informationen über die Behandlungspartner, die am Onkologischen Krebszentrum Passau mitwirken und Ihnen mit Rat und Tat in dieser, für Sie sicher sehr schwierigen Zeit, zur Seite stehen.


Sozialdienst

Es stehen für Sie 2 Mitarbeiterinnen der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. zur Verfügung, außerdem die Pflegeüberleitung (Schnelleinstufung, Hilfsmittel, häusliche Versorgung).
Zu den sozialrechtlichen Regelleistungen zählen im Einzelnen:

  • Information und ggf. Antragsstellung für onkologische Rehabilitation nach § 31, Abs. 1 bzw. § 15, SGB VI (AHB, AR) Geriatrische Rehabilitation
  • Information bezüglich Schwerbehinderung, ggf. Antragstellung
  • Information zu Leistungen der Pflegeversicherung
  • Bei Bedarf Information und Vermittlung von Kurzzeitpflege
  • Vermittlung von Dauerpflegeplätzen (Schnelleinstufung durch Pflegeüberleitung)
  • Finanzielle Hilfen (Härtefonds)
  • Informationen zu Leistungen der Krankenkassen (Krankengeld, Haushaltshilfen, Fahrtkosten, Zuzahlungen)
  • Vermittlung an Rentenberatungsstellen
  • Vermittlung an Selbsthilfegruppen
  • Vermittlung an niedergelassene Psychotherapeuten 
  • Vermittlung an andere sozialen Einrichtungen (z. B. Hospizverein)

Selbsthilfegruppen der Bayerischen Krebsgesellschaft

Die Vermittlung zu Selbsthilfegruppen erfolgt über die Mitarbeiter der Bayerischen Krebsgesellschaft, die im Haus tätig sind. Über das Projekt „von Betroffenen für Betroffene“ werden regelmäßige wöchentliche Gesprächs- und Kontakttermine auf den onkologischen Stationen angeboten.

Der Zugang zu den Selbsthilfegruppen wird aktiv sowohl von den Mitarbeitern als auch durch die Bayerische Krebsgesellschaft angeboten. Die Kontaktdaten der Selbsthilfegruppen finden sich im Internet, zusätzlich liegen Informationsbroschüren der Selbsthilfegruppen auf den Stationen aus.


Psychoonkologie

Nicht selten geht die Diagnose Krebs einher mit erheblichen Sorgen, Ängsten, Unsicherheiten, aber auch Wut, Verzweiflung oder Schuldgefühlen. Mit unseren Angeboten möchten wir bei der Bewältigung dieser Veränderung unterstützen.

Für jeden onkologischen Patienten wird bei Aufnahme auf der Station ein kurzer Fragebogen ausgeteilt. Der ausgefüllte Fragebogen wird dann zeitnah an das psychoonkologische Team übermittelt und bei Bedarf sucht die Psychoonkologie Kontakt zum Betroffenen.

Patienten haben in allen Phasen der Versorgung Zugang zu psychoonkologischen Beratungsangeboten, auch während z.B. ambulanter Behandlung über das MVZ Onkologie oder bei Nachsorgeterminen. Das Angebot richtet sich ebenfalls an Angehörige der Betroffenen.

 

Wir bieten unter anderem:

  • Psychologische Beratungsgespräche
  • Hilfen zur Krisenbewältigung
  • Gespräche zur Entlastung (u. a. mit Unterstützung von Entspannungsverfahren)
  • Begleitung bei ärztlichen Gesprächen

 

Zuständige Psychoonkologen /-innen

Christian Bäker
Dipl.-Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut
Tel: +49 851 5300 81331

Viktoriya Sambros-Steininger
Dipl. Psychologin, Psychoonkologin
Tel.: +49 851 5300 81335

Andreea Ivascu
Psychologin, Psychoonkologin
Tel.: +49 851 5300 81334


Therapienebenwirkungen

Nebenwirkungen von Tumortherapien können ambulant im MVZ Onkologie/P-Ambulanz oder im Rahmen einer stationären Einweisung abgeklärt werden. Hier ist eine engmaschige Kooperation mit dem RADIO-LOG MVZ Strahlentherapie und der II. Medizinischen Klinik gewährleistet.


Palliativmedizin

Die Palliativbetreuung erfolgt über die Palliativstation des Klinikum Passau.


Hospiz

Ansprechpartner Hospiz-Verein Passau e.V.

Sissi Geyer
Innstraße 76
94032 Passau

Telefon: 0851 5300 2425
Fax: 0851 5300 2425

hospizverein.passaut-online.de

 

Hospizverein Passau

Es besteht eine Zusammenarbeit, die vertraglich geregelt ist, zwischen dem Hospizverein und dem Klinikum Passau, insbesondere für die Palliativstation. Hospizhelfer können angefordert werden.

Leistungen:

  • Gespräche mit Patienten und Angehörigen führen
  • Vorlesen, Spiele, Erledigungen
  • Mithilfe bei Nahrungsaufnahme nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal
  • Weiterbegleitung zu Hause nach Entlassung
  • Begleitung von Angehörigen in der Trauer (Trauergruppen, Trauercafe)
  • Sitzwache
  • Mitgestaltung der Gedenkfeiern

Schmerztherapie

Zur Schmerztherapie kann die Anästhesieabteilung konsiliarisch angefordert werden, oder es besteht die Möglichkeit der ambulanten Schmerztherapie über unser MVZ (Ansprechpartner Schmerztherapie: Hans-Josef Conrads).


Studienmanagement

Es ist unser Bestreben, möglichst vielen Patienten die Behandlung innerhalb von Studien anzubieten.

Bei Vorstellung in der Tumorkonferenz wird bei jedem Patienten die Möglichkeit einer Studienteilnahme diskutiert. Wenn eine Teilnahme an einer Studie medizinisch möglich ist und sinnvoll erscheint, wird die Studie dem Patienten vorgestellt, der Patient entsprechend informiert und aufgeklärt. Abschließend erfolgt eine schriftliche Zustimmung.

Die Aufnahme neuer Studien wird im Rahmen der Qualitätszirkel interdisziplinär diskutiert.

Einen Überblick über die laufenden Studien erhalten Sie hier.


Lob/Anregungen/Kritik

Sollten Sie Verbesserungsvorschläge für die Abläufe während des stationären oder ambulanten Betreuung haben, oder Kritik beziehungsweise Lob an unserem Onkologischen Krebszentrum äußern wollen, so können Sie das gerne mit dem Kontaktformular oder über die E-Mail-Adresse in der rechten Spalte auf unserer Homepage tun. Wir freuen uns über jede Anregung!


Patientenbefragung

Es wird eine kontinuierliche Patientenbefragung durchgeführt. Bitte nutzen diese Möglichkeit zur Rückmeldungen an uns. Die jährliche Auswertung erfolgt durch die Controlling-Abteilung. Die Ergebnisse werden im Qualitätszirkel besprochen und geeignete Aktionen zur Verbesserung festgelegt.


Angebot der Passauer Sportvereine

Hat dann die Krebs-Behandlung erst einmal begonnen, führen Therapien und Nebenwirkungen oft dazu dass Betroffene sich lieber ruhig verhalten. Bei vielen Kranken wirkt sich die verringerte Leistungsfähigkeit auch auf das soziale Leben aus. Sie ziehen sich zurück, verfallen in Depressionen, bewegen sich weniger oder gar nicht mehr. Studien haben längst bewiesen, dass Sport sich positiv auf den weiteren Verlauf der Erkrankung auswirkt. Anfangs geht es nur darum Herz und Kreislauf wieder fit zu machen. Im Laufe der Zeit kommen weitere Übungen hinzu, die helfen, dass Sie im Alltag wieder beweglicher werden. Regelmäßiger Sport hilft das körpereigene Abwehrsystem zu stärken, wirkt sich positiv auf die Psyche aus und in der Gruppe knüpfen Sie hilfreiche Kontakte zu anderen Betroffenen. Quelle: Krebssportgruppe Passau

Sprechen Sie mit Ihrem betreuenden Arzt, wenn Sie eine Teilnahme am „Krebssport“ planen.

Die aktuellen Angebote der Sportvereine erhalten Sie hier: > Angebot


Genetische Beratung

Im MVZ am Schießstattweg in Passau steht ein genetisches Beratungszentrum zur Verfügung, mit dem ein Kooperationsvertrag besteht (Frau Dr. Strobl-Wildemann). Eine Genanalyse kann dort veranlasst werden. 


Krebsregister

Seit dem 01.01.18 besteht deutschlandweit die gesetzliche Pflicht, Daten von Krebspatienten an die klinischen Krebsregister weiterzuleiten. Ziel dieser wichtigen Maßnahme ist, sich einen Überblick über die Krebsbehandlungen in Deutschland zu machen und auch die Behandlung von Krebserkrankungen stetig weiter zu verbessern. Weitere Informationen sowie das Widerspruchsformular erhalten Sie im Downloadbereich.

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