Patienteninformation

Sehr geehrte Patienten,
wenn Sie sich zur Behandlung in das Onkologische Zentrum Passau begeben, sind Sie wahrscheinlich völlig unvorbereitet mit der Diagnose "Krebs" oder "Verdacht auf Krebs" konfrontiert worden. Dabei wird es sich bei vielen von Ihnen um eine Erkrankung im Frühstadium mit guten Aussichten auf dauerhafte Heilung handeln. Aber allein die unerwartete Auseinandersetzung mit einer solch schwerwiegenden Erkrankung löst natürlich Angst, Unsicherheit und Sorgen bei Ihnen und Ihren Angehörigen aus. Sie können sicher sein, dass wir Ihnen im Onkologischen Zentrum auf allen Versorgungsebenen fachkompetente Hilfe anbieten können.
Im Folgenden geben wir Ihnen noch weitere Informationen über das Onkologische Zentrum und die Behandlungspartner, die sich uns angeschlossen haben und Ihnen mit Rat und Tat in dieser, für Sie sicher sehr schwierigen Zeit, zur Seite stehen.

Ansprechpartner

Leitung des Zentrums:
Prof. Dr. med. Thomas Südhoff

Zentrumskoordination (ärztlich):
Frau Dr. med. univ. Julia Lanznaster

Zentrumskoordination (nicht-ärztlich):
Frau Melanie Moser (Pflegedienstleitung)


Tumorkonferenzen

Jeden Mittwoch und Donnerstag werden die aktuellen Krebsfälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen vorgestellt. Dabei wird von den Experten des Zentrums (Onkologen, Strahlentherapeuten, Gynäkologen, Chirurgen, etc.) ein individueller Behandlungsvorschlag nach den aktuellen medizinischen Erkenntnissen erarbeitet um für Sie die besten Heilungsaussichten zu erzielen. Informationen über Ihre Erkrankung und unser Behandlungsvorschlag werden in einem Tumornachsorgekalender und im Arztbrief für Sie dokumentiert. Den Nachsorgekalender sollten Sie wie einen Ausweis bei sich tragen und zu allen Nachsorgeuntersuchungen mitnehmen.


Sozialdienst

Es stehen für Sie 2 Mitarbeiterinnen der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. zur Verfügung, außerdem die Pflegeüberleitung (Schnelleinstufung, Hilfsmittel, häusliche Versorgung).

Zu den sozialrechtlichen Regelleistungen zählen im Einzelnen:

•    Information und ggf. Antragsstellung für onkologische Rehabilitation nach § 31, Abs. 1 bzw. § 15, SGB VI (AHB, AR) Geriatrische Rehabilitation
•    Information bezüglich Schwerbehinderung, ggf. Antragstellung
•    Planung einer beruflichen Wiedereingliederung
•    Information zu Leistungen der Pflegeversicherung
•    Bei Bedarf Information und Vermittlung von Kurzzeitpflege
•    Vermittlung von Dauerpflegeplätzen (Schnelleinstufung durch Pflegeüberleitung)
•    Finanzielle Hilfen (Härtefonds)
•    Informationen zu Leistungen der Krankenkassen (Krankengeld, Haushaltshilfen, Fahrtkosten, Zuzahlungen)
•    Vermittlung an Rentenberatungsstellen
•    Vermittlung an Selbsthilfegruppen
•    Vermittlung an niedergelassene Psychotherapeuten 
•    Vermittlung an andere sozialen Einrichtungen (z. B. Hospizverein)
•    Kontaktvermittlung zu den regionalen Selbsthilfegruppen 


Selbsthilfegruppen

Das onkologische Zentrum arbeitet eng mit den regionalen Selbsthilfegruppen: „Leben nach Krebs“ und „Leukämie Selbsthilfegruppe Passau“ zusammen.
Der Zugang zu den Selbsthilfegruppen wird aktiv sowohl von den Mitarbeitern als auch durch die Bayerische Krebsgesellschaft angeboten. Die Kontaktdaten der Selbsthilfegruppen finden sich im Internet, zusätzlich liegen Kontaktadressen der Selbsthilfegruppen auf den Stationen aus.        
Über das Projekt „von Betroffenen für Betroffene“ werden regelmäßige wöchentliche Gesprächs- und Kontakttermine mit Mitgliedern der Selbsthilfegruppen auf den onkologischen Stationen angeboten. Bitte fragen sie auf den Stationen nach diesem Angebot.
Kontaktdaten


Psychoonkologie

Nicht selten geht die Diagnose Krebs einher mit erheblichen Sorgen, Ängsten, Unsicherheiten oder Schuldgefühlen. Mit unseren Angeboten möchten wir sie bei der Bewältigung Ihrer schwierigen Situation unterstützen.
An jeden onkologischen Patienten wird bei stationärer Aufnahme und teilweise bereits auch bei ambulanter Erstvorstellung ein kurzer Fragebogen ausgeteilt. Der ausgefüllte Fragebogen wird dann zeitnah an das psychoonkologische Team übermittelt. Dieser soll uns helfen Ihre psychische Belastung einzuschätzen. Bei Bedarf sucht das Psychoonkologische Team Kontakt zu den Betroffenen.
Sie haben in allen Phasen der Versorgung Zugang zu psychoonkologischen Beratungsangeboten, auch während z.B. ambulanter Behandlung über das MVZ Onkologie oder bei Nachsorgeterminen. Das Angebot richtet sich ebenfalls an Angehörige der Betroffenen. 

Wir bieten unter anderem:
•    Psychologische Beratungsgespräche
•    Hilfen zur Krisenbewältigung
•    Gespräche zur Entlastung (u. a. mit Unterstützung von Entspannungsverfahren)
•    Begleitung bei ärztlichen Gesprächen
 
Zuständige Psychoonkologen /-innen

Christian Bäker
Dipl.-Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut
Tel: +49 851 5300 81331

Viktoriya Sambros-Steininger
Dipl. Psychologin, Psychoonkologin
Tel.: +49 851 5300 81335

Andreea Ivascu
Psychologin, Psychoonkologin
Tel.: +49 851 5300 81334

 


Therapienebenwirkungen

Nebenwirkungen von Tumortherapien sind nicht selten, bitte sprechen sie ihre behandelnden Ärzte darauf an. Mögliche Nebenwirkungen von Tumortherapien können ambulant im MVZ Onkologie / Onkologische Ambulanz oder im Rahmen einer stationären Einweisung abgeklärt werden. Hier ist eine engmaschige Kooperation mit dem MVZ RADIOLOG Strahlentherapie und der II. Medizinischen Klinik gewährleistet.


Palliativmedizin

Falls erforderlich (Vorliegen nicht kontrollierter körperlicher wie psych. Symptome wie z.B. Übelkeit, Schmerzen, Angst, Unruhe und/oder nicht ausreichende soziale Versorgung) wird eine umfassende spezialisierte Palliativversorgung (stationärer Bereich: Behandlung auf der Palliativstation am Klinikum Passau oder Mitbehandlung über Palliativmedizinisches Konsil auf den anderen Stationen des Klinikums; ambulanter Bereich: Anbindung an die SAPV Passau oder die SAPVen der entsprechende Landkreise) angeboten:

Palliativstation am Klinikum Passau: +49 851 5300 81330
SAPV Passau: +49 851 8519480


Hospizverein

Es besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Hospizverein und dem Klinikum Passau, insbesondere für die Palliativstation. Hier sind Hospizhelfer regelmäßig im Einsatz, so können auch Kontakte für eine anschließende Unterstützung daheim geknüpft werden.

Hospizverein Passau
Ansprechpartner Hospiz-Verein Passau e.V.
Juscha Stuber-Kranixfeld
Karola Würzinger
Innstraße 76
94032 Passau
Tel.: +49 851 5300 2425
Fax: +49 851 5300 2428
E-Mail: hospizverein.passaut-online.de
 
Angebot:
•    Gespräche mit Patienten und Angehörigen führen
•    Vorlesen, Spiele, Erledigungen
•    Mithilfe beim Essen nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal
•    Weiterbegleitung zu Hause nach Entlassung
•    Begleitung von Angehörigen in der Trauer (Trauergruppen, Trauercafé)
•    Sitzwache
•    Mitgestaltung der Gedenkfeiern


Schmerztherapie

Einer individuellen und möglichst wirksamen Schmerztherapie gilt unser besonderes Augenmerk. Diese wird in schweren Fällen auf der Palliativstation angeboten. Zusätzlich kann ein Spezialkonsil über die Anästhesieabteilung angefordert werden oder es besteht die Möglichkeit der ambulanten Schmerztherapie über unser Schmerztagesklinik (Ärztlicher Ansprechpartner Schmerztherapie: Hans-Josef Conrads).
Kontakdaten: Tel.: +49 851 8516504-37


Ernährungsberatung

Fehlender Appetit und Mangelernährung sind häufig Probleme bei Tumorpatienten. Neben der gezielten Tumortherapie ist die besondere Ernährungssituation der Patienten von großer Bedeutung. Alle Patienten werden bei Erstvorstellung hinsichtlich einer Mangelernährung befragt. Bei Wunsch oder Bedarf erfolgt eine Ernährungsberatung. Die I. Medizinische Klinik (Chefarzt Prof. Dr. Wettstein) am Klinikum Passau ist zertifizierte Lehrklinik der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e.V. und unterstützt das Onkologische Zentrum bei Patientenberatung und Planung einer den individuellen Bedürfnissen angepassten Ernährung.


Therapie in Studien

In Therapiestudien werden neue Behandlungsformen an Patienten untersucht. Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse bei bestimmten Tumorerkrankungen weiter zu verbessern. Gesetzliche Vorschriften und Kontrollmechanismen gewährleisten eine größtmögliche Sicherheit für den Patienten. Auch die zuständige externe Ethikkommission und die Klinikumskommission hat im Voraus jede Studie befürwortet, die wir an unserem Hause durchführen.
Es ist unser Anliegen, möglichst vielen unserer Patienten eine Behandlung innerhalb von Studien anzubieten. Nach umfangreicher Aufklärung ist die Studienteilnahme für jeden Patienten freiwillig. Die Zustimmung kann jederzeit ohne Nachteile für den Patienten zurückgezogen werden. Die neuen Therapien wurden bereits in Vorstudien auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Selbstverständlich wird auch die bestmögliche Behandlung außerhalb von Studien angeboten.

Bei Vorstellung in der Tumorkonferenz wird bei jedem Patienten die Möglichkeit einer Studienteilnahme diskutiert. Wenn eine Teilnahme an einer Studie für Sie medizinisch möglich ist und vielversprechend erscheint, wird Ihnen die Studie vorgestellt und Sie entsprechend informiert und aufgeklärt. Abschließend ist noch eine schriftliche Zustimmung nötig.

Die Einführung neuer Studien wird im Rahmen der Qualitätszirkel interdisziplinär diskutiert.

Vorteile für Sie: 
Mögliche Vorteile durch die Behandlung innerhalb von Studien:
•    Die Behandlung und Therapiesteuerung erfolgt in der Regel unter Einbindung eines zusätzlichen externen Expertengremiums.
•    Kontrollierter Zugang zu Behandlungsformen bevor diese über Zulassung allgemein verfügbar sind.
•    Persönlicher Beitrag zum Fortschritt in der Krebstherapie.
Einen Überblick über die laufenden Studien erhalten Sie hier.


Lob/Anregungen/Kritik

Sollten Sie Verbesserungsvorschläge für Abläufe oder unser Angebot während der stationären oder ambulanten Betreuung haben, oder Kritik beziehungsweise Lob äußern wollen, so können Sie das gerne über dieses Formular​​​​​​​ oder über diese E-Mail-Adresse tun. Wir freuen uns über jede Anregung. Ihre Rückmeldungen geben uns wichtige Impulse für die Fortentwicklung unseres Zentrums.


Patientenbefragung

Regelmäßige Patientenbefragungen werden durchgeführt. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit zur Rückmeldungen an uns. Die jährliche Auswertung erfolgt durch die Controlling-Abteilung. Die Ergebnisse werden im Qualitätszirkel besprochen und geeignete Aktionen zur Verbesserung festgelegt.


Angebot der Passauer Sportvereine

Hat die Krebs-Behandlung erst einmal begonnen, führen auch Therapien und Nebenwirkungen oft dazu, dass Betroffene sich lieber ruhig verhalten. Bei vielen Kranken wirkt sich die verringerte Leistungsfähigkeit auch auf das soziale Leben aus. Sie ziehen sich zurück und bewegen sich weniger oder gar nicht mehr. Studien haben längst bewiesen, dass Sport sich positiv auf den weiteren Verlauf der Erkrankung auswirkt. Anfangs geht es nur darum Herz und Kreislauf wieder fit zu machen. Im Laufe der Zeit kommen weitere Übungen hinzu, die helfen, dass Sie im Alltag wieder beweglicher werden. Regelmäßiger Sport hilft das körpereigene Abwehrsystem zu stärken, wirkt sich positiv auf die Psyche aus und in der Gruppe knüpfen Sie hilfreiche Kontakte zu anderen Betroffenen. Sprechen Sie mit Ihrem betreuenden Arzt, wenn Sie eine Teilnahme am „Krebssport“ planen. Auch eine REHA-Maßnahme kann ein guter Einstieg in den Krebssport sein.

Die aktuellen Angebote der Sportvereine erhalten Sie hier.


Genetische Beratung

Ein geringerer Anteil von Krebserkrankungen entsteht auf dem Boden vererbter Genveränderungen. Professionelle Beratung und Betreuung besteht über eine Kooperation mit der Humangenetischen Sprechstunde im MVZ Schießstattweg (Frau Dr. Strobl-Wildemann). Auch eine Genanalyse kann dort durchgeführt werden. 


Klinisches Krebsregister

Seit dem 01.01.18 besteht deutschlandweit die gesetzliche Pflicht, Daten von Krebspatienten an die klinischen Krebsregister weiterzuleiten. Ziel dieser wichtigen Maßnahme ist, sich einen Überblick über die Krebsbehandlungen in Deutschland zu machen und auch die Behandlung von Krebserkrankungen stetig weiter zu verbessern. Weitere Informationen sowie das Widerspruchsformular finden Sie im Downloadbereich.


Ambulanzsprechstunden

Ambulante Sprechstunden werden im MVZ Onkologie/Onkologische Ambulanz angeboten. Sie finden uns bei Zugang über das Hauptportal gleich im 2. Stock.

Privatsprechstunde (Prof. Dr. T. Südhoff)
Montag – Donnerstag: 07:30 – 16:30 Uhr
Freitag: 07:30 – 14:30 Uhr
Tel.: +49 851 5300 2356, Fax: +49 851 5300 2954
  
MVZ Onkologie (L. Prügl, Prof. Dr. T. Südhoff) (ärztliche Anmeldung notwendig)
Montag – Donnerstag: 07:30 – 16:00 Uhr
Freitag: 07:30 – 14:30 Uhr
Tel.: +49 851 8516 50419, Fax: +49 851 8516 5048